SpielStudio mit Überraschungsgast Dr. Stefan Poppelreuter
Shownotes
- Folge des WestLotto SpielStudios – mit Gastgeber Axel Weber und einem Gast, der seit über 30 Jahren erforscht, was Menschen ins Spiel zieht – und wann es sie nicht mehr loslässt: Dr. Stefan Poppelreuter, Diplompsychologe, Suchtforscher und Experte für Prävention bei der TÜV Rheinland Akademie.
Poppelreuter erklärt, warum bei riskantem oder suchtgefährdetem Verhalten nicht das einzelne Merkmal entscheidet, sondern das Maß – und wo Prävention ansetzen sollte. Außerdem erläutert er, warum eine eindeutige Diagnose selbst bei stoffgebundenen Süchten so schwierig bleibt, dass fünf Ärzte schon mal sechs Meinungen hätten.
Im Zentrum steht die Lebenswelt junger Menschen: warum die Grenze zwischen Gaming und Gambling verschwimmt, sobald Lootboxen und virtuelle Währungen ins Spiel kommen – und warum gerade Kinder oft nicht erkennen, wo das Spiel aufhört und der Glücksspielcharakter beginnt. Die Verantwortung dafür, so seine klare Haltung, tragen alle: Elternhaus, Schule, Anbieter und Staat. Eltern rät er nicht zum erhobenen Zeigefinger, sondern zum gemeinsamen Eintauchen ins Spiel – nicht am Beckenrand über das Schwimmen reden, sondern ins Becken springen.
Eine Folge über Arbeitssucht und Selbstbestimmung, Gaming und Gambling, Elternrolle und Prävention – und warum digitale Freiheit vor allem Wissen und die Bereitschaft zur ehrlichen Selbstreflexion braucht. Wie das im Klassenzimmer gelingt, zeigen die von WestLotto und der TÜV Rheinland Akademie entwickelten Smart Camps, die Gaming und Gambling auf den Stundenplan bringen.
Mehr Informationen zu WestLotto: https://www.westlotto.de/newsroom https://www.linkedin.com/company/westdeutsche-lotterie/
Vernetzung mit Axel Weber: https://www.linkedin.com/in/herraxelweber
Sozialstiftung NRW: https://sozialstiftung.nrw/
Hinweis: Ein Zuspieler in diesem Podcast wurde mit einer künstlichen Stimme erzeugt, die von einem KI-System erstellt wurde.
Transkript anzeigen
00:00:04: Spielstudio,
00:00:05: der Westlotto-Glückspiel-Podcast
00:00:07: mit Axel Weber.
00:00:12: Und dieser nämlich, ich begrüße die ganz herzlich und zwar schon zur neunundvierzigsten Folge von Spielstudio.
00:00:17: Dem Podcast für die Glücksspielbranche und natürlich von Westlotto!
00:00:21: Liebe Zuhörerinnen zu ihrer Schön, dass Sie diese Folge hören wollen.
00:00:25: Wir sind im September des Jahres zwanzig sechsundzwanzig.
00:00:28: der Sommer neigt sich dem Ende zu Der Alltag nimmt überall wieder Fahrt auf.
00:00:32: Ich glaube die Schulferien sind überall zu Ende Familien organisieren sich neu.
00:00:36: Der Herbst Anfang steht vor der Tür und auch im Spielstudium ein neuer Moment für eine neue Begegnung.
00:00:44: Sie wissen, in diesem Podcast kommen Menschen zu Worten die sich mit Glücksspiel beschäftigen oder angedockt vielleicht Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft was auch immer.
00:00:55: ich bin sehr gespannt und sage mal Glücksrat an!
00:01:03: Dr.
00:01:03: Stefan Poppelreuther Unser heutiger Gast ist Diplompsychologe Suchtforscher Und einer der genau hinschaut wenn Gewohnheit zur Abhängigkeit wird beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit stoff ungebundenen Süchten.
00:01:19: Sein wissenschaftlicher Weg begann mit der Arbeitssucht.
00:01:22: lange bevorständige Erreichbarkeit und Work-Life Balance den Arbeitsalltag prägten, seitdem forscht und publiziert er zu exzessivem Arbeiten, Konsum, Gaming und Glücksspiel.
00:01:33: Bei der TÜV Rheinland Akademie verbindet er empirische Sozialforschung mit Personal- und Organisationsberatungen sowie betrieblichem Gesundheitsmanagement.
00:01:42: Seinen Ansatz?
00:01:43: Risiken erkennen, bevor sie außer Kontrolle geraten.
00:01:47: Prävention beginnt mit Wissen und Reflexion – und mit der Fähigkeit Mechanismen zu durchschauen die um Aufmerksamkeit und Zeit konkurrieren Denn genau dort entscheidet sich ob Menschen ihre Selbstbestimmung bewahren.
00:02:00: Mit den Smartcams bringen Westlotto und die TÜV Rheinland Akademie Gaming & Gambling auf den Stundenplan.
00:02:06: Jugendliche Lernen, Spielmechanismen zu hinterfragen, Warnsignale einzuordnen und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Angeboten zu entwickeln.
00:02:16: Willkommen im Westlotto-Spielstudio!
00:02:19: Dr.
00:02:19: Stefan Poppelreuter – Diplompsychologe, Suchtforscher und Experte für Prävention.
00:02:27: Ich sage ganz herzlich willkommen lieber Herr Dr.
00:02:29: Poppel Reuter.
00:02:29: Schön, dass Sie heute mein Gast sind.
00:02:31: Hallo Herr Weber ich freu mich.
00:02:32: Ja, ganz wunderbar Herr Poppel reuter.
00:02:35: Mal ganz ab, bevor wir gleich auf ihre Profession kommen.
00:02:39: Was sind Ihre Lieblingszahlen?
00:02:40: Ähm, neunzehn... zwei... ...neunvierzig habe ich gelernt!
00:02:48: Warum haben Sie Neunvierzig
00:02:49: gelernt?!
00:02:50: Weil ich mich auch mit Lotto mal beschäftigt habe und es ja bestimmte Zahlen gibt die eine zumindest damals höhere Auftretenswahrscheinlichkeit haben was mich als Statistiker natürlich Nicht in die ihre führt weil ich weiß alle haben die gleiche Wahrscheinlichkeit aber trotzdem.
00:03:06: Im Snapshot war sie häufiger dabei und deswegen habe ich die neunvierzig immer gerne genommen.
00:03:12: Aber Sie haben es natürlich schon richtig beschrieben, alle Zahlen für alle Zahlen ist die Chance immer gleich kommen sich eigentlich aus einer Lotto-Familie wie man das so sagt.
00:03:20: also haben Ihre Eltern oder Großeltern Lotto gespielt?
00:03:23: Meine Ohrseltern, damals war eine Hauptgewinn aber noch fünfhunderttausend Mark glaube ich für sechs Richtige und das war ja viele viele Jahre gedeckelt.
00:03:30: Und es hieß immer wenn mein Opa gewinnt bekommt meinen Bruder ein Pony.
00:03:34: was meine Premiere war habe ich vergessen oder es gab keine.
00:03:39: Ja vielleicht war damals die Ansicht von Familien erstgeborenen und so weiter auch noch ein bisschen anders.
00:03:44: zum Glück, dass das heute überholt ist.
00:03:49: Wenn Sie die Neunzehn-und-die-Zwei neben der Neunvierzig genannt haben, Herr Poppelreuter, denn hat das wahrscheinlich was mit Ihrem persönlichen Vorlieben oder vielleicht mit Glückstagen zu tun?
00:03:58: Liege ich da ganz falsch oder richtig?
00:04:00: Vollkommen korrekt.
00:04:01: Ich bin so einfach gestrickt.
00:04:03: wie viele Geburtsdaten werden halt eben gerne genommen, ne?
00:04:06: Ja und das ist ja auch gut so denn am Ende unterscheidet den einen Lotto Spieler vom anderen Lotto-Spieler ja nur des was er ankreuzt nämlich seine ganz persönliche Glückszahl mit der etwas individuell verbindet.
00:04:21: Und ich bin manchmal etwas traurig dass so viele Menschen immer sagen spielen sie diese Zahlen oder jene zahlen nicht Wenn ich gewinne, möchte ich eigentlich mit meinen Glückszahlen gewinnen.
00:04:30: Weil das sind ja meine Glücks-Zahlen!
00:04:34: Oder wie sehen Sie das?
00:04:35: Sie ist ein Psychologe, sagen sie mir ob ich da richtig liege...
00:04:38: Naja, wir bewegen uns jetzt nicht zumindest im Feld der wissenschaftlichen Psychologie all die Weile.
00:04:42: Wir haben es schon erforscht aber das ist natürlich ein Glaube oder ein Aberglaube ja dass bestimmte Rituale beispielsweise oder bestimmte Zahlen mit besonders viel Glück oder auch Pech assoziiert sind.
00:04:56: Das hat aber eine Jahrhunderte wenn ich sogar jahrtausend lange Geschichte in unserem in unserer Kult in unserem Mensch sein.
00:05:04: Insofern ja, Mädchen können Zahlen zu ihren Glückszahlen erklären Sie werden auch guten Grund dafür haben.
00:05:11: und wir wissen ja, aus vielerlei anderen Zusammenhängen der Glauberleine kann ja auch schon mal Berge versetzen.
00:05:18: Oh ja gerade auch bei der Gesundheit wie wir wissen macht das häufig was Großes aus.
00:05:24: aber wir kommen mal dazu warum mein Team sie heute eingeladen hat.
00:05:28: ich kann es mir schon denken denn sie sind ja einer der verantwortlichen Mitarbeiter Forscher bei der TÜV Rheinland Akademie.
00:05:38: Und ich glaube, unsere Zuhörer sagen Weber du hast uns ja schon viel zugemutet.
00:05:42: Häufig den und denen.
00:05:43: aber was hat denn jetzt TÜV Rheinland nun mit Glücksspiel zu tun?
00:05:47: Klären Sie uns auf!
00:05:49: Also wir haben zwei Zugänge, zwei zentrale Zugänge oder mehrere Zugänge dazu.
00:05:53: Aber zum einen beschäftigen wir uns in der TÜv Rheinlands Gruppe mit dem Thema Qualität.
00:06:04: Jeder Automobilverbraucher weiß, dass wir auditieren und zertifizieren.
00:06:08: Wir prüfen auch fast jeder Kennt das aus dem automobilen Bereich.
00:06:13: aber wir haben zum Beispiel auch Zertifikate entwickelt für Spielstätten.
00:06:19: also überprüfen wir doch die Einhaltung von bestimmten Regularien von bestimmtem Qualitätsstandards Die Ausstattung der Räumlichkeiten betreffend aber auch solche Themen wie Jugendschutz- und Spielerschutz betreffen Und das ist ein Zugang.
00:06:34: Der andere Zugang, den wir haben läuft über die Akademie in der ich ja auch tätig bin und da geht es um das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement und in dem Zusammenhang sind ja Sucht- und Abhängigkeitsproblematiken auch leider nach wie vor doch sehr präsent und sehr gegenwärtig.
00:06:51: Wir müssen sagen schon von langer Zeit her gab's das Thema Spielsucht also in Spielstätten.
00:06:58: durch die Digitalisierung hat sich Kanon der Angebote natürlich extrem erweitert und das schlägt sich nicht zuletzt auch im Arbeits- und Berufsleben nieder, denn entsprechend disponierte Personen – auch wenn die Gruppe relativ klein ist – aber stellen ein Problem dar.
00:07:16: Wenn während der Arbeitszeit zum Beispiel den Glücksspiel also Gaming oder auch Gambling gefolgt wird?
00:07:23: Oder wenn es zu kriminellen Aktionen kommt um die Glückspielsucht zu finanzieren?
00:07:30: Sie kommen aus der Arbeitswelt, habe ich jetzt eben so verstanden.
00:07:34: Gibt es auch sowas wie eine Arbeitssucht?
00:07:37: Ja natürlich!
00:07:37: Das war ja mein Zugang zu den stoff ungebundenen Süchten.
00:07:42: Nicht zuletzt meine Dissertation habe ich darüber geschrieben vor dreißig Jahren.
00:07:47: Arbeitssicht war und ist nach wie vor nicht als Erkrankung an erkannte Suchtform in unserer Gesellschaft Aber sie hat in den letzten Jahren doch deutlich mehr an Beachtung gefunden, im Zusammenhang mit Thematiken wie Work-Life Balance oder Burnout.
00:08:04: Oder auch der Gewicht von Arbeit im allgemeinen Leben und das... habe ich vor dreißig Jahren aber schon zu erforschen versucht, inwiefern es hier auch im Zusammenhang mit Arbeit die ja sehr hoch geschätzt wird.
00:08:21: In unserer Gesellschaft oder überhaupt in der kapitalistischen Gesellschaftssystem wie es auch bei der Arbeit zur süchtigen Entgleisungen kommen kann.
00:08:31: und das war ein Thema dass mich damals sehr angesprochen hat und das mich bis heute auch noch beschäftigt.
00:08:37: Und mir heute auch in vielfacher Hinsicht am Arbeitsplatz beispielsweise begegnet oder in Coachings, die wir durchführen.
00:08:45: Sehr spannend!
00:08:47: Jetzt muss ich mal vielleicht selbstkritisch sagen wenn ich also so locker neuen Bekannten sage, nee, ich bin auch ein Arbeitsjunkie oder meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sage Ich bin so'n Arbeit-Junkie ihr könnt mich auch Samstags anrufen habe ich dann schon Suchtentenzen?
00:09:04: Es ist wie so oft, dass man nicht von einzelnen Merkmalen direkt auf die gesamte Problematik schließen kann.
00:09:10: Und es ist so mal ganz wichtig zu sagen... ...es kommt auf das Maß an.
00:09:14: Paracelsus wusste das ja schon ne?
00:09:16: Die Droge als solche ist es nicht sondern die Menge macht's!
00:09:21: Und genau so ist es mit dem Arbeiten.
00:09:22: Solange Sie also das Gefühl haben, in einem ausgewogenen Verhältnis auch von Arbeit und dann aber auch wieder Entspannungsphasen sich zu bewegen solange sie ein breites Spektrum auch von Interessen, Aktivitäten sozialem Kontakten pflegen die über die Arbeits- und Berufswelt hinausgehen Solange das körperliche Befinden in Ordnung ist, die Gesundheit in Ordnungen ist kann man das alles als motiviertes Arbeiten.
00:09:53: Als Engagement, als Interesse an der Sache betrachten und dann ist es auch in Ordlung.
00:09:58: Man sollte aber trotzdem immer im Blick haben, dass bei nicht nach dem reinischen Prinzipverfahren viel hilft viel sondern irgendwann gibt es auch körperliche und auch psychologische, psychische Grenzen die dazu führen sollten zu bestimmten Zeiten die Arbeit auch zu reduzieren oder ganz sein zu lassen, sich von der Arbeit loszulösen um die Batterien wieder aufzuladen und dadurch wieder neue Energie zusammen.
00:10:25: Ich muss zugeben, bei dem einen oder anderen muss ich es mir jetzt ein bisschen schönreden.
00:10:27: Aber wir wollen ja gar nicht von mir reden sondern hier gibt's ja höre ich gerade raus genau auch die Beziehung bevor wir gleich natürlich auch noch auf das kommt was uns ja schon seit ein paar Jahren verbindet.
00:10:39: denn liebe Zuhörer und Zuhörer Dr.
00:10:41: Paul Reutern ich kennen uns tatsächlich auch das habe ich eben gar nicht gesagt da kommen wir sicherlich gleich drauf noch.
00:10:47: aber ich möchte noch etwas anderes fragen.
00:10:50: Was Sie gerade beschrieben haben, ist ja so eine typische schwere Einschätzung zu etwas.
00:10:57: Auch weil es eine wir nennen es ja Stoff ungebundene Sucht ist So wie wir das beim Glücksspiel ja auch haben.
00:11:05: Und trotzdem sind gerade auch im Glückspiel so harte ideologische Kanten, weil die Bewertung so schwierig ist von der Zahl, wie viele Menschen problematisch Spielverhalten an den Tag legen oder auch tatsächlich spielsüchtig sind – was macht es so schwer zu erkennen?
00:11:26: Die Wissenschaft ist doch da auch schon jetzt jahrelang dran.
00:11:30: Wird man es schaffen, Parameter dafür zu finden?
00:11:33: Naja, in bestimmten Bereichen hat man sie ja zumindest in den einschlägigen statistischen und medizinischen Diagnose-Manualen schon verschriftlich und festgehalten.
00:11:43: Und gerade für das Thema Glücksspielstörung gibt es einen Katalog von neun Kriterien die im DSM V auch festgelegt sind.
00:11:53: Das ist eines dieser statistischen Manuale zur Diagnosestellung.
00:11:59: Darauf hat man sich in Expertengruppen nach zum Teil sehr langwierigen Diskussionen auch verständigt und die dienen zumindest mal zu einer Orientierung.
00:12:09: Wir sollten aber auch berücksichtigen, wir tun immer so als ob es bei den stoffgebundenen Abhängigkeiten leichter wäre.
00:12:17: Aber holen Sie fünf Ärzte, stellen sie einen Fall vor von Alkoholismus und sie werden wahrscheinlich sechs verschiedene Meinungen dazu bekommen.
00:12:25: Denn auch da ist es durchaus umstritten was denn eine ein eindeutige Diagnose erfordert beziehungsweise möglich macht und was nicht.
00:12:38: ich will das Problem jetzt gar nicht kleinreden aber wir haben ähnlich wie in anderen Bereichen auch bei den stoff ungebundenen Süchten halt diagnostische Herausforderungen zu bewältigen, wo solche Kriterienkataloge zumindest mal eine Annäherung darstellen können.
00:12:54: Und man kann dadurch auch leichte mittlere oder schwere Problematiken ein Stück weit klassifizieren.
00:13:02: Merkmale die hier herangezogen werden.
00:13:05: es sind beispielsweise im Glücksspielbereich ob ich mehr und immer höhere Einsätze spiele
00:13:13: Wie lange ich spiele?
00:13:17: Ob ich Versuche habe, aufzuhören die mir nicht gelungen sind.
00:13:21: Ob ich gedanklich sehr stark mit dem Spiel beschäftigt bin auch wenn ich gerade Nicht-Spiele.
00:13:26: süchtige Spieler singieren dann über neue Strategien, neue Möglichkeiten Verluste auch auszugleichen das sogenannte Chasing.
00:13:34: ja Ich hab viel verloren also die ich am nächsten Tag wieder spielen um dass wir wieder zurück zu holen.
00:13:39: es kommt zu sozialen Problemen Am Arbeitsplatz oder in der Beziehung in der Partnerschaft.
00:13:44: ich lüge andere Menschen an was das Ausmaß meines Spielverhaltens angeht und so weiter.
00:13:50: Und diese Kriterien sollen dann einen Beitrag dazu leisten, mit der betroffenen Person auch in den Austausch zu gehen und zu spiegeln.
00:13:59: Wenn solche Kriterie erfüllt sind, müssen wir von einem krankhaften Verhalten, von einem pathologischen Verhalten sprechen.
00:14:07: Das Gute daran – und das möchte ich extra betonen – ist wenn es tatsächlich sich um eine Störung von Krankheitswert handelt, dann ist die Möglichkeit der Therapie, der Intervention nochmal eine ganz andere als wenn wir das nicht haben.
00:14:24: Ich glaube dass das wirklich in den Köpfen der Menschen auch ankommen sollte.
00:14:28: deswegen sind diese Kataloge auch gut und hilfreich.
00:14:32: es gibt Hilfsangebote und insbesondere bei Menschen die stark betroffen sind sind dann vielfältige Zugänge zu diesen Hilfs-Angeboten möglich begrüße ich sehr, weil dadurch Betroffenen, die es tatsächlich hier in unserer Gesellschaft gibt professionell geholfen werden kann.
00:14:53: Komme ich jetzt gleich nochmal drauf?
00:14:54: Sie sind ein toller Gesprächspartner.
00:14:55: sie geben mir jede Antwort wieder neustich.
00:14:57: Ich wollte eigentlich ganz was anderes fragen aber jetzt bleiben wir mal dabei wird aber gerne eine Zwischenfrage einschieben.
00:15:04: Sie haben so viel an Katalog-Kriterien aufgezählt was alles schlecht ist.
00:15:12: Aber Glücksspiel hat doch auch was Positives.
00:15:14: Gerade Ihnen als Diplompsychologe müsste doch klar sein, dass Spiel generell für den Menschen ein Glücksgefühl hervorruft und eben etwas Positivos ist.
00:15:27: Absolut!
00:15:28: Also das spielerische Tun... ist etwas, was uns Menschen auszeichnet auch.
00:15:35: Also Spielerricht zu sein sich mit Dingen spielerisch auseinanderzusetzen.
00:15:39: aber auch Serious Gaming wie das so schön heißt wird heutzutage ja im Organisationskontext beispielsweise auch eingesetzt um Persönlichkeitsfähigkeiten weiterzuentwickeln und Kompetenzen aufzubauen.
00:15:52: insofern ist spielen zunächst mal etwas was den Menschen A zu eigen ist und was B als positiv auch einzuschätzen ist.
00:16:03: Jetzt haben wir doch die Ausgewogenheit wieder hergestellt hier, dass diejenigen, die als Glücksspielanbieter tätig sind nicht nur sagen oder will uns aber auf die Probleme aufmerksam machen wobei wir ja wissen das die ganzen legalen Anbietern diese Problematik tatsächlich kennen und auch ernst nehmen weil das natürlich immer Auswirkungen auf die Regulierung hat.
00:16:24: Und jetzt komme ich zu meiner Frage.
00:16:25: Herr Probleuter Sie haben eben von den Kriterien gesprochen, die bewerten.
00:16:30: Jetzt frage ich Sie mal als Außenstehenden da gibt es ja auch einen Streit wenn sich diese Kriterie ändern sie nannten DSM-Fünf Es gibt aber noch andere Kriterieren und dann wenn man das einmal ändert weil sich die Wissenschaft geändert hat Ist es dann also die Erkenntnisse, ist es dann zulässig auch noch nach den alten Kriterien zu bewerten und immer so sagen naja das war ja früher wo das anders bewertet.
00:16:54: Jetzt kommt er jetzt zur ganz anderen Zahlen zum Beispiel bei denen die problematische Spielverhalten an den Tag legen?
00:16:59: Ja also wir haben ja mit der Wissenschaft haben wir es ja mit den Tatsachen zu tun dass alles immer nur vorläufig ist.
00:17:06: Wir forschen jeden tag, wir stellen uns jeden Tag neue Fragen, wir kommen zu neuen Erkenntnissen und neuen Ergebnissen für wissenschaftlich gesichert erachtet haben, gilt heute nicht mehr.
00:17:20: In bestimmten Disziplinen ist es noch viel stärker als in anderen.
00:17:23: In der Medizin ändert sich sehr, sehr viel beispielsweise und macht es durchaus Sinn, sich von den alten Kriterien zu verabschieden und die neuen Kriterie zu eigen machen.
00:17:34: Wohl denn muss man natürlich auch immer die Frage stellen auf welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren denn solche Änderungen?
00:17:41: Und wie zuverlässig sind diese neuen Erkenntnisse, die wir haben.
00:17:48: und um ein anderes Beispiel aus der stoffgebundenen Abhängigkeit mal zu nehmen.
00:17:52: Die Grenzwerte für sogenannten Risikoarmen oder risikofreien Alkohol-Konsum sind in den letzten Dekaden nach und nach immer weiter abgesenkt worden bis man heute sogar dazukommt zu sagen es gibt überhaupt gar keinen Risikofreihen.
00:18:12: Also jede Form von Alkoholkonsum ist auch mit einem gesundheitlichen oder anderthalbartig gedeagerten Risiko verbunden.
00:18:21: Dann kommt man möglicherweise aber auch in den Diskussionsbereich der Überzeugungen und der Ideologien, das ist eben dann die Frage wo es problematisch wird.
00:18:32: Insofern würde ich alte Kriterien mir immer auch anschauen substanzielle Basis hinüberprüfen.
00:18:44: Aufgrund welcher Stichproben, aufgrund welche Erkenntnisse aus welchen Kulturkreisen kommt man dazu?
00:18:50: Um welche Spiele geht es denn überhaupt und welche Formen des Spielens geht's denn überhaupt?
00:18:55: Präsenzspiele sind wieder anders als digitale Applikation.
00:18:59: also das ist sehr kompliziert und komplex da eine eindeutige Antwort zu geben.
00:19:04: Das alte ist nicht immer schlecht aber das neue muss auch nicht immer gut.
00:19:11: Da haben Sie schön ausgeführt.
00:19:15: Ich habe eben gesagt, Dr.
00:19:16: Poppelreuth und ich kennen uns schon seit einigen Jahren und zwar sind wir zusammengekommen weil wir darauf kommen gleich noch einen Projekt gemeinsam konzeptionell aufgelegt haben.
00:19:27: da haben wir viel von Ihnen profitiert und von den Erkenntnissen die sie bei der TÜV-Rheinland Akademie über die Jahre erworben haben.
00:19:35: Und hauptsächlich drehte es sich inhaltlich um eine Frage einer ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe, nämlich die jungen Menschen.
00:19:43: Ich möchte mal einsteigen Herr Popelröters sind junge Menschen heutzutage von Süchten rund ums Spiel stärker betroffen als früher?
00:19:52: vielleicht ganz einfach weil es mehr Angebot gibt?
00:19:57: Also wir müssen sagen, dass erstmal alle Bevölkerungsgruppen, alle Altersgruppen natürlich diesem Mehr an Angebot ausgesetzt sind oder potenziell ausgesetzt sein können.
00:20:08: Nun gehört es zur Natur der Sache, dass jüngere Menschen mit diesen neuen Technologien von Kind des Beinen aufwachsen und dadurch viel stärker digitale Technologin auch in den Alltagswelten der Kinder und Jugendlichen eine Rolle spielen.
00:20:27: Mit ihm kommen sie auch stärker mit solchen Angeboten in Kontakt, das zweite ist Spielen ist natürlich vor allen Dingen ein Merkmal der Lebensphase Kindheit und Jugend.
00:20:40: Das ist das wo Kinder die Welt sich selbst erobern, die Welt begreifen.
00:20:47: im Kinderspiel.
00:20:49: In Wettbewerb mit anderen wird ganz viel gelernt und ganz viel vermittelt und insofern ist spielen erstmal etwas was für Kinder und Jugendliche substanziell wichtig ist.
00:21:02: das Angebot der Spiele hat sich massiv erweitert.
00:21:06: Zu meiner Zeit gab es halt die Spiele, die man draußen auf der Straße gespielt hat oder klassische Retspiele eben.
00:21:13: Oder den sportlichen Wettkampf auch und das ist heute durch die digitalen Medien natürlich immens größer geworden.
00:21:20: insofern sind die Kinder mehr diesem Angebot ausgesetzt und das heißt sie müssen auch früher und schneller Kompetenzen erwerben um mit diesem Angebote Zweifelzone jeder Menge Vorteile mit sich bringt und sehr, sehr positive Aspekte in die Lebenswelten der Kinder- und Jugendlichen bringt.
00:21:39: Aber mit diesem Angebot halt selbstbestimmt und verantwortungsbewusst umzugehen das muss gelernt werden Und dafür brauchen wir nicht nur das Elternhaus sondern auch die Sozialisationsagenten die dann folgen wie Kita Schule Grundschule weiterführende Schule.
00:21:56: Und selbst im Studium, also bei Studierenden ist Medienkompetenz oftmals noch nicht hinreichend entwickelt und auch da muss doch was getan werden.
00:22:04: Die Peer
00:22:05: Group spielt eine ganz entscheidende Rolle.
00:22:08: Sie haben es gesagt Gaming gehört für Jugendliche Kinder- und Jugendliche ganz selbstverständlich zum Alltag.
00:22:14: Das ist ja auch so ein sozialer Raum für bestimmte Gruppierung.
00:22:19: Daran schließen sich für mich zwei Fragen an.
00:22:22: Sie wissen, worauf ich hinaus will.
00:22:24: In den Games heutzutage in vielen digitalen Games sind Strukturen drin, virtuelle Währungen, In-Gamekäufe auch Lootbox'n die oft spielerisch wirken.
00:22:36: und daraus ergibt sich für mich die Frage nutzt man als Anbieter vielleicht die Unbekümmertheit von Kindern und Jugendlichen aus, welche Mechanismen müssen junge Menschen eigentlich verstehen?
00:22:47: Wenn sie sagen, man muss sich damit beschäftigen und eigentlich wissen was man tut.
00:22:53: Also es sollte auf jeden Fall klar sein, dass es in solchen Spielen wenn es um Lootboxen beispielsweise geht oder virtuelle Währungen so etwas.
00:23:03: Dass es dann um mehr geht als um das reine Spiel.
00:23:07: also wir haben einerseits ja dieses spielerische tun.
00:23:11: ich kann ein Strategiespiel spielen oder auch in bestimmten Rollenspielen mich wieder finden.
00:23:19: Das ist alles etwas was unter dem Begriff des Gaming-Feld.
00:23:24: Ich muss eine Aufgabe bewältigen, Geld oder Vermögenseinsatz ist da nicht zwingend erforderlich – gibt's manchmal auch!
00:23:31: Aber im Gambling ist es halt eben ein wesentliches Merkmal.
00:23:34: wenn ich Casino Spiele betreibe die für mich als Kind und Jugendlichen ja gar nicht zugänglich sein sollten dann geht es tatsächlich um Geld.
00:23:43: in Gaming muss das nicht zwingend darum gehen.
00:23:46: Wenn ich aber feststelle virtuellen oder realen Geldeinsatz, dann spielen plötzlich Dinge eine Rolle die auch im Gambling eine Rolle spielen.
00:23:56: Nämlich dann kommen Dinge zum Tragen wo Zufall oder Glück mit ins Spiel kommen.
00:24:01: Und diese Vermischung, das ist ein Riesenproblem wenn Kinder und Jugendliche das nicht einschätzen können oder abschätzen kann wo plötzlich das Gaming aufhört und das Gambling anfängt nämlich da wo Zufall und Glück bestimmen ob der von mir erbrachte Geld einsetzt dann tatsächlich das gewünschte Ergebnis bringt.
00:24:20: Das ist bei Lotto beispielsweise viel offensichtlicher weil es ein Glücksspiel ist.
00:24:27: Die neunvierzig Kugeln und die Zahlen, die dort gezogen werden sind rein zufallsbestimmt.
00:24:35: Und da kann ich auch aber glaube hin oder her nicht drauf einwirken.
00:24:41: Das ist bei Games, die mit solchen Loot-Boxen oder Zufall und Glückarbeiten häufig verschleiert.
00:24:48: Und da muss unbedingt Aufklärung geschehen damit die Kinder und Jugendlichen sich dieses Risiko so dieser Gefahr bewusst
00:24:54: sind.
00:24:55: Ach Herr Dr.
00:24:55: Poblor, ich liebe es wenn jemand meinen Werbeblock bringt als mein Gast über Lotto.
00:25:01: Vielen Dank dafür!
00:25:02: Wir werden mal wieder ernst.
00:25:03: Prävention beginnt, so würde ich sie verstehen also mit dem Wissen und auch mit der persönlichen Reflexion.
00:25:10: eben nannten sie Elternhaus, Kita, Schule wahrscheinlich auch würde ich sagen die Plattformen, die was anbieten und die Anbieter selber.
00:25:19: Wer trägt eigentlich dazu die Verantwortung wenn junge Menschen spielen also zum Schutz der jungen Menschen um dieses Wissen aufzubauen?
00:25:29: Ist es vielleicht auch manchmal so da frage ich jetzt den Psychologen wieder das manche dieser Gruppen aus Angst davor zu versagen, sich darum nicht kümmern.
00:25:40: Ich spiele ganz speziell zum Beispiel aufs Elternhaus an.
00:25:43: Ich selber meine Kinder sind allerdings schon erwachsen ich kam in diese Problematik nicht mehr so groß wäre wahrscheinlich hoffnungslos überfordert gewesen ihm digitale Spiele zu erklären.
00:25:55: Ja, erklären das mag sein.
00:25:57: ja es ist auch immer durchaus zu respektieren dass unsere Kinder uns auch etwas beibringen können.
00:26:05: Und um auf Ihre Frage direkt zu antworten, die Verantwortung für ein vernünftiges Spielen.
00:26:12: Also ein Spielen das selbstbestimmt ist, dass sozusagen wer freien Entscheidungen unterliegt, die Verantwortung dafür tragen wirklich alle also... Nicht nur das Elternhaus, nicht nur vielleicht auch die älteren Geschwister oder auch die Peer Group.
00:26:30: Sondern natürlich auch die Schule und die Anbieter auf jeden Fall.
00:26:36: Und nicht zuletzt natürlich der Staat, der durch seine Regeln, durch Gesetze und Vorgaben auch hier steuernd auf das ganze Thema Spielen- und Spielbetrieb einwirkt.
00:26:48: Sie sprechen die Eltern an?
00:26:50: Ja klar!
00:26:51: Eltern sind ein wichtiger Orientierungspunkt für Kinder und Jugendliche gerade in den ersten Jahren.
00:26:58: Deswegen betrachte ich aus vielfältiger Hinsicht beispielsweise die Beobachtung, die ich jetzt leider häufiger mache.
00:27:05: Ich bin seit einem Jahr Großvater und habe eine Enkeltochter und da kriege ich das nochmal ganz anders mit wie viele Eltern während sie mit ihren Kindern unterwegs sind selbst aber das Smartphone in der Hand haben und dass nicht unbedingt zum Spielen nutzen.
00:27:20: Aber Die Aufmerksamkeit vom Kind abgezogen wird dadurch und das ist natürlich ein Vorbildverhalten, was Kinder beobachten.
00:27:28: Also selbst wenn wir das Gefühl haben da das raffen die ja noch gar nicht was ich da tue doch Kinder verstehen dass Kinder bekommen das mit und wenn Eltern selbst häufig zum Smartphone oder zum Tablet greifen dann kriegen Kinder das auch mit, dass es eine Form von Zeitverbringung
00:27:45: ist.
00:27:45: Und wenn man feststellt dieses Gerät wird vielleicht sogar genutzt um Frust abzubauen oder um die Stimmung zu heben, oder um etwas Abenteuer zu erleben.
00:28:00: Dann lernen Kinder natürlich auch den positiv verstärkenden Wert solcher Geräte und solche Spiele.
00:28:06: Und das kann dann machhaltig und maßgeblich das eigene Spielverhalten der Kinder- und Jugendlichen beeinflussen.
00:28:12: Also Eltern kommt hier eine vordringliche Rolle auch zu würde ich sagen.
00:28:17: Jetzt muss ich mal den Zufall loben, der nicht nur beim Glücksspiel zum Tragen kommt.
00:28:21: Sondern offen kunde ich auch hier beim Spielstudio denn in meiner Anmoderation bevor ich wusste dass sie kommen habe ich gesagt die Ferien sind zu Ende.
00:28:28: ist dann jetzt gerade vielleicht auch ein guter Moment für Eltern und Familien sich damit noch einmal wieder zu beschäftigen?
00:28:35: weil die Kinder gehen wieder in die Schule da werden wahrscheinlich Spiele ausgetauscht man zockt zusammen.
00:28:41: wäre das jetzt gut Das Eltern sich da mal am Riemen reißen und sagen, ok komm ich springe über meinen Schatten.
00:28:48: Und ich rede über alles das.
00:28:51: Ich reflektiere, ich baue Wissen auf und trage so dazu bei dass meine Kinder auch in gewisser Weise geschützt werden und seriöses von unseriösem Angebot erkennen können.
00:29:06: Also natürlich ist das sowieso eine Bruchstelle immer nach den Sommerferien.
00:29:11: Da müssen neue Rituale ausprobiert werden, manchmal gibt es neue Schulwege und neuer Klassenverbände.
00:29:16: Der Alltag muss neu organisiert werden weil es neue Zeiten gibt usw.
00:29:24: eine Übergangsphase, wo bestimmte Dinge etwas instabiler sind und dadurch auch besser gestaltet werden können.
00:29:33: Man kann also jetzt gemeinsam noch mal über neue Routinen sprechen.
00:29:36: Kinder werden älter mit altwachsendem Alter werden Handlungsspielräume häufig erweitert.
00:29:42: Da geht es oft auch um die Frage ja wie viel darf ich denn jetzt am Tag spielen beispielsweise?
00:29:47: Wobei die Frage schon impliziert dass es so was wie eine Regel gibt was sehr zu begrüßen wäre, weil kontrolliertes Spielen halt eben auch von beschränkenden Rahmenbedingungen lebt.
00:29:59: Wenn ich keine Vorgabe mache darf ich mich nicht wundern wenn das Verhalten ausufert.
00:30:03: also habe ich als Elternteil schon die Aufgabe zur Seilung.
00:30:07: es gibt bestimmte Vorgaben wie viel am Tag gespielt werden darf bei oder mit digitalen Medien an digitalen Medien Wobei ich immer gerne an Heimstelle das natürlich schwierig zu überprüfen ist und dass es eine Erziehungsaufgabe auch ist.
00:30:23: Und den können Eltern manchmal nicht besonders gut nachkommen, weil sie selbst in vielfachen anderen Verpflichtungen verhaftet sind.
00:30:34: aber man kann sich immer hinsetzen gemeinsam überlegen wie könnten solche Regeln aussehen Ohne Vorwurf auch, also nicht in dieses kulturkritische Direkt verfallen und sagen das ist ja ganz furchtbar.
00:30:47: Und am liebsten wäre mir wenn du gar nichts spielst nein damit würden wir Erlebnisräume, Kompetenzentwicklungsräume vor allen Dingen auch unseren Kindern vortalten.
00:30:58: und dass es in einer Welt die zunimmt digitalisiert werden wird sicherlich irgendwann auch ein Nachteil.
00:31:04: Also sollten wir den Kindern diese Möglichkeit eröffnen, aber sie dabei halt eben auch begleiten.
00:31:11: Und ein wichtiger Punkt dabei ist nicht zu sagen ich habe keine Ahnung was die da spielen oder ich finde das doof was sie da spielen und deswegen gucke ich mir das gar nicht erst an sondern aus der Präventionsforschung wissen wir dass es sehr hilfreich ist wenn Kinder und ihre Eltern Gemeinsame Erfahrungen bei solchen Spielen auch machen und gemeinsam gucken, was ist daran denn eigentlich reizvoll für mein Kind?
00:31:35: Was ist die Attraktion dieses Spiels.
00:31:37: Warum findet mein Kind das Spiel so spannend?
00:31:40: da erfahre ich sehr, sehr viel mehr manchmal über mein Kind und seine Art zu denken.
00:31:46: Und zu handeln als wenn ich nur am Tisch sitze und mit meinen Kindern darüber spreche was denn jetzt so toll ist also mit eintauchen und auch mal gucken.
00:31:57: wie funktioniert dieses Spiel dann überhaupt?
00:32:00: Mit erwachsenen Blick drauf schauen gibt es vielleicht versteckte Risiken die das Kind noch gar nicht einschätzen kann stichwort wieder lootboxen oder sonstige solche Einrichtungen.
00:32:10: Wir müssen also unterscheiden auf der einen Seite die Informationen für Eltern, die dann auch Regeln aufstellen.
00:32:18: Übrigens Großeltern spielen da ja auch nochmal eine entscheidende Rolle.
00:32:21: Da dürfen die Kinder ja normalerweise etwas mehr.
00:32:23: aber auch die müssen sich ja dieses Wissen anhäufen.
00:32:26: und dann haben sie gerade... Das Wort genannt, was ich mir hier ganz fett auf meinen Zettel geschrieben habe.
00:32:32: Nämlich Prävention.
00:32:34: Prävenzion ist ja ein Stichwort und genau darüber haben wir uns ja schon intensiv ausgetauscht, was vielleicht der Lösungs- oder der Königsweg ist um Medienkompetenz, also präventiv zu wirken indem man Medienkompatenz aufbaut.
00:32:50: Und dazu, liebe Zürcherinnen und Zürer Sie haben das an der einen oder anderen Stelle vielleicht schon mal gehört Ist es für Westlotho wichtig?
00:32:57: seinen Beitrag zu leisten, denn letztendlich digitalisiert sich natürlich auch die Glücksspielwelt und auch da sollte man zum Beispiel legales von illegalem Glückspiegel unterscheiden können.
00:33:08: Und immer mehr, wir hatten es eben gesagt gibt das natürlich eine Befastheit, zum Beispiel schon in Games von Dingen, die man vielleicht nicht so sehen möchte.
00:33:19: Wir machen zusammen Smartcams!
00:33:21: Richtig.
00:33:22: Die haben wir damals mit einer Konzeption aufgelegt, den Passier vom Glücksspiel beizutragen hat und aber insbesondere auch mit ihrer Erfahrung an dem Übergang bei den Stellen, an denen sie immer geforscht haben.
00:33:36: Insofern ist es mehr als legales von illegalem Angebot zu unterscheiden.
00:33:42: was macht aus Ihrer Sicht Prävention so wichtig?
00:33:48: weil Prävention letztlich mir die Möglichkeit verschafft, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu handeln.
00:33:57: Das heißt Aufklärung geht Hand in Hand mit Prävenzion.
00:34:02: Und wenn ich mich einer neuen Technologiezuwende, einer neuen Lernsituation zuwende dann ist es hilfreich und wichtig aufgeklärt, so seien darüber welchen Nutzen welche Vorteile mir das bringt aber auch wird die Risiken da drin stecken.
00:34:20: Und deswegen ist Präsention auch alles andere als überlegenes Entscheidend von oben sozusagen.
00:34:31: Es ist auch kein Misstrauen in die Fähigkeiten und Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen, sondern es ist eine Stärkung der Persönlichkeit einer Anleitung sozusagen und eine Hilfestellung.
00:34:44: wenn unsere Kinder irgendwann anfangen mit Messer und Gabel zu essen Begleiten wir sie auch dabei und die Prävention ist hier Stich- und Schnittverletzungen zu vermeiden.
00:34:55: Und das machen wir aus gutem Grund, weil wir unseren Kindern bestimmte Erfahrungen einfach ersparen möchten, die Sie nicht zwingend selber machen sollten um zu lernen welche Risiken in der Handhabung von Messer und Gabel stecken.
00:35:10: Dieses Bild verfängt für mich immer sehr schön, auch im Hinblick auf Spiele und Glücksspieler.
00:35:15: Auch hier können wir durch Prävention, durch Aufklärung, durch Information auf Risiken und Gefahren aufmerksam machen ohne den Nutzen und die Lust am Spiel und den Spaß der damit verbunden sein kann – auch zu mindern!
00:35:30: Das ist doch genau das worum es eigentlich geht eine Risikobewusste Aber dann auch Risikokontrollierende Haltung zu dem, was wir tun.
00:35:40: Dann kann Spaß und Freude am besten Raum greifen.
00:35:44: Ja, stimme ich Ihnen natürlich zu!
00:35:47: Wir machen es ja gemeinsam.
00:35:48: Sie sagen ja nicht weniger als der erhobene Zeigefinger musste gar nicht immer erhoben sein sondern man kann das auch manchmal machen aber auf jeden Fall nicht mit verboten arbeiten sondern mit Aufklärung.
00:36:01: Und deswegen Gaming Gambling auf der einen Seite, auf dem Stundenplan über die Smartcams.
00:36:07: Wir haben das von Westlotou hier mit Gameshift NRW noch ein bisschen ausgedient weil wir natürlich auch glauben man muss die Jugendlichen eben in dem Umfeld also im digitalen Umfeld abholen wo sie sind ist es der Erfolgsfaktor?
00:36:20: Also dass man eben ich glaube so ein bisschen haben Sie da schon angedeutet dass man nicht aus dem Lehrbuch sondern aus dem Leben etwas bringt.
00:36:29: Also je näher am tatsächlichen Erlebnis die Präventionsarbeit ist, umso besser kann sie auch gelingen.
00:36:36: Wir kennen das auch wiederum aus stoffgebundenen Problematiken heraus.
00:36:41: ja Alkoholprävention funktioniert nicht ausschließlich darüber wenn man nur darüber spricht sondern man kann auch über Simulation wie Promillebrillen oder andere Dinge den Jugendlichen, die einen Führerschein erwerben wollen entsprechende Risiken bewusst machen.
00:36:59: Und genauso können wir es auch beim Gaming und beim Gambling machen.
00:37:03: ja dass wir in die Schulen gehen das wir mit den Schülerinnen und Schülern über bestimmte Problematiken und Gefahren, die mit Glücksspiel verbunden sind konkret sprechen, dass wir Spiele unter deren Mechanismen deutlich machen vorführen, was es auch bedeutet wenn wir mit lootboxen oder skin gaming also mit erwerb von bestimmten Fähigkeiten oder ausstattungsmerkmal in bestimmten Spielen operieren.
00:37:33: Was das für Risiken und Gefahren mit sich bringt.
00:37:35: Also wirklich nicht am Beckenrand stehen über Schwimmen reden sondern ins Becken springen und dann zeigen wie schwimmen geht.
00:37:44: ein schönes Bild.
00:37:45: Herr Dr.
00:37:46: Poppelreute Sie arbeiten ja nun Oder kommen auch von den Themen der erwachsenen Sucht, so nenn ich's mal.
00:37:54: Jetzt haben wir gerade über die Projekte gesprochen, die wir gemeinsam für Kinder und Jugendliche aufgelegt haben.
00:38:00: Gibt es eigentlich aus der Erkenntnis ihrer langen Berufserfahrung den einen Gedanken, den man mitnehmen kann – also ein Podcast heute – damit man sozusagen seine digitale Freiheit bewahrt?
00:38:13: Und gleichzeitig selbstbestimmt ist im Umgang mit den Angeboten, die ja immer mehr werden.
00:38:18: Die um unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit konkurrieren.
00:38:22: Weil ich möchte nicht nur nach gewissen harten Regeln leben!
00:38:27: Das ist schon vollkommen korrekt und gerade dann nicht wenn es um eine Freizeit und meine Freizeiterbringung geht.
00:38:35: Nichtsdestotrotz angezeigt, wenn ich mich mit solchen Spielen, mit solchen Technologien beschäftige mir schon die eine oder andere Information zu besorgen um zu verstehen wie ... funktionieren solche Spiele denn eigentlich?
00:38:53: Oder was passiert da, wenn ich jetzt eine virtuelle Währung erwerbe.
00:38:59: Was kostet mich das wirklich mit virtuellen Währungen und sogenannten Tokensarbeiter?
00:39:05: Wie viel Geldwert steckt dahinter um diesen Verschleigerungsversuchen ein Stück weit entgegenzutreten?
00:39:13: Ich sollte vor allem auch immer schauen... Wie lange spiele ich, wie sehr werde ich eingenommen von solchen Spielen.
00:39:22: Ich sollte mich selbst beschränken in der Zeit die Spiele und es ist praktisch wie der Erwerb von Kompetenz auch im Umgang mit anderen potenziell suchtgefährdenden Mitteln.
00:39:35: Nehmen Sie wieder das Beispiel weil's weit verbreitet ist in unserer Gesellschaft vom Alkohol.
00:39:40: Da kann mein Arzt oder meine Ärzte mir Hinweis hergeben,
00:39:43: worauf ich achten sollte.
00:39:44: Aber trinken muss ich selbst?
00:39:45: Oder eben nicht trinken?
00:39:47: Trinken muss sich selbst!
00:39:48: Das stimmt schon.
00:39:49: aber wir sollten schon klar sein wenn die Party mal länger dauert und ich auch etwas mehr getrunken habe ist das nicht der Untergang des Abendlandes, aber wenn sich das intensiviert, die Mengen größer werden, die Häufigkeiten größer werde dann wird es problematisch irgendwann und dann hat es mehr Schädigungs- als Nutzenpotenzial der wichtig ist, warum tue ich das überhaupt.
00:40:12: Warum spiele ich?
00:40:13: Warum trinke
00:40:13: ich?".
00:40:15: Und da ist eine kritische Selbstreflektion auch und gerade mit anderen durchaus angezeigt und hilfreich um halt zu dieser Selbstbestimmung und dieser Eigenverantwortung zu
00:40:25: kommen.".
00:40:26: Liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer, das war eine knappe dreiviertel Stunde schon unter dem Hashtag Erwerb von Kompetenz.
00:40:33: sehr viel Informationen von Dr.
00:40:35: Stefan Poppelreuter.
00:40:36: Der war heute mein Gast, er ist Diplompsychologe- und Suchtforscher und Experte für Prävention – und zwar bei TÜV Rheinland Akademie!
00:40:45: Und wir haben darüber gesprochen... Wann Gewohnheiten zur Belastung werden, also bisschen zu Gaming und Glücksspiel, Prävention in Unternehmen, Schulen, Familien.
00:40:55: Dass man frühzeitig Orientierung geben kann.
00:40:58: Ich glaube sie haben sehr viele Zielgruppen der Zuhörerschaft angesprochen und auch sehr viel Tipps gegeben.
00:41:04: Früher Wahnsignale aber eben über die Lebenswelt von jungen Menschen gesprochen.
00:41:11: Und deswegen erlauben Sie mir zur Verabschiedung von Ihnen einen Satz.
00:41:16: Ich habe sie heute kennengelernt als sehr, in der Aussage sehr ehrlichen Menschen.
00:41:21: Wenn er über Regeln spricht, dann nämlich durchaus auch sagt was geht und was nicht geht oder was schwierig ist aber eben auch dass man vor dem Schwierigen zum Beispiel als Eltern keine Sorge haben darf oder haben sollte und man sich dem stellen kann weil es zum Wohle der Kinder, der Jugendlichen und letztendlich so glaube ich auch zum Wohl der Gesellschaft.
00:41:43: Eingang sprachen wir auch über Arbeitssucht und wie halt Verhalten sich auch fest einschleifen kann.
00:41:49: Lieber Dr.
00:41:50: Poppelreuter, ganz herzlichen Dank dass Sie heute mein Gast waren!
00:41:53: Es hat mir richtig viel Spaß gemacht und auch wenn wir schon Jahre über die Dinge reden ein bisschen was Zusätzliches bleibt immer hängen.
00:42:00: Das freut mich.
00:42:01: Herr Weber ich danke auch war eine Freude für mich.
00:42:04: vielen dank
00:42:05: Liebe zu Ehren und Zuhörer.
00:42:06: das war die neunundvierzigste Folge des Spielstudio dem Glücksspiel Podcast für die Glücksspielbranche in Deutschland natürlich.
00:42:15: Vielen Dank fürs Zuhören, bleiben Sie uns treu!
00:42:17: Im Oktober feiern wir also schon die fünftigste Ausgabe und das ist eine Spezialausgabe.
00:42:24: Wenig dazu begrüßen darf weiß ich noch nicht aber ich kann Ihnen sagen weil Westlotto zum Beispiel mit in der Verantwortungsinitiative des FAZ Instituts ist dass wir auf ein Kongress gehen Und damit ist klar, diesmal wird es dann zum ersten Mal ein Live-Podcast auf einer Veranstaltung.
00:42:41: Aber für Sie natürlich auf den üblichen Plattformen wieder abrufbar und ich verspreche Ihnen – Ich gebe mein Bestes dafür dass mindestens so spannend wird wie heute mit Dr.
00:42:50: Stefan Poppelreuter.
00:42:51: und bis dahin sage ich Glück Auf!
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